Faire Sozialhilfe - Logo
Statement von Dieter Widmer


Die Kürzung des Grundbedarfs löst keine Probleme, sondern schafft Armut. Das ist unter der Würde unseres Kantons.

Dieter Widmer, Direktor IV-Stelle Kanton Bern
Liebe Leserin, lieber Leser

Die Sozialhilfe ist unter Druck. Warum eigentlich? Die Sozialhilfequote ist seit Jahren stabil. Die Leistungen wurden seit Jahren nicht erhöht. Der Grundbedarf für den Lebensunterhalt wurde seit Jahren nicht einmal der Teuerung angepasst und ist mit Sicherheit kein Kostentreiber. Sorgen bereiten aber die starke die Zunahme der Fälle von über 55-Järhrigen und die Tatsache, dass ein Drittel der von der Sozialhilfe unterstützten Personen Kinder und Jugendliche sind.

Der Grosse Rat will dennoch den Grundbedarf für alle um 8-30 Prozent senken. Auch für Kinder. Auch für ältere Langzeitarbeitslose. Auch für Kranke. Auch für Alleinerziehende. Das ist weder sachlich begründbar noch sozialpolitisch haltbar. Auch der Kanton Bern kann sich eine anständige Sozialhilfe leisten. Genau das verlangt der Volksvorschlag «Für eine wirksame Sozialhilfe». Er will nicht nur, dass im Kanton Bern auch weiterhin die schweizweit geltenden SKOS-Richtlinien für die Sozialhilfe angewendet werden, sondern enthält zudem wirksame Massnahmen zugunsten von älteren Langzeitarbeitslosen. Wer lange gearbeitet hat und nach dem 55 Altersjahr die Stelle verliert, soll würdig behandelt und vor Altersarmut geschützt werden.

Die vom Grossen Rat beschlossene Revision des Sozialhilfegesetzes führt zu zusätzlicher Armut. Demgegenüber will der Volksvorschlag die Sozialhilfe mit innovativen Ansätzen reformieren. Dazu wird gezielt investiert, in Bildung, Qualifizierung und die berufliche Wiedereingliederung. Diese Massnahmen kosten zwar etwas. Die Mehrkosten des Volksvorschlags sind aber sehr bescheiden und zugleich sozialpolitisch äusserst sinnvoll. Kurz zusammengefasst: Der Volksvorschlag bekämpft die Armut, die SHG-Revision die Armen.

Sozialhilfe ist ein ernstes Thema. Dass man dieses Thema aber auch humorvoll behandeln kann, zeigt der Spoken-Word-Künstler Renato Kaiser in einem Kurzvideo (Copyright: Watson). Sie finden es hier.

Leiten Sie diesen Link und den Newsletter an Freunde und Bekannte weiter und besuchen Sie unsere Internetseite unter www.fairesozialhilfe.ch. Unterstützen Sie den Verein «Faire Sozialhilfe», beispielsweise mit einer Spende. Sie tragen so dazu bei, der Vernunft in der aktuellen Diskussion eine Stimme zu geben. In der Bundesverfassung steht: «Die Stärke des Volkes miss sich am wohl der Schwachen». Die SHG-Revision schwächt so gesehen in unverantwortlicher Weise den Kanton Bern und untergräbt die Solidarität in unserer Gesellschaft. Das wollen wir klar nicht.

Deshalb: Am 19. Mai JA zum Volksvorschlag und NEIN zur Revision des Sozialhilfegesetzes.

Freundliche Grüsse

Ihr Verein «Faire Sozialhilfe»