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Newsletter Nr. 7 - April 2019

Christine Schnegg
Als Familienpolitikerin unterstütze ich überzeugt den Volksvorschlag. Es ist ein falscher und fataler Weg, Kinder und Jugendliche mit tieferen Sozialhilfebeiträgen zu bestrafen. Ein solches Vorgehen kommt mit hohen Folgekosten später wieder auf unsere Gesellschaft zurück.

Christine Schnegg, Grossrätin EVP und Präsidentin Mütter- und Väterberatung
Liebe Leserin, lieber Leser

Im «Bund» vom 25. April sagt der Ökonom Christoph Schaltegger existenzsichernden Löhnen den Kampf an und macht mit einer absurden Begründung zugleich Werbung für die Senkung des Grundbedarfs in der Sozialhilfe: «Das Sozialhilfesystem in der heutigen Form verhindert, dass Stellen geschaffen und nachgefragt werden. Durch den hohen Grundbedarf halten wir die Leute vom Arbeitsmarkt fern. Ein Zuschusssystem bei tieferem Grundbedarf würde Jobs im Niedriglohnsektor ermöglichen».

Diese Aussagen machen fassungslos. Der gut bezahlte, aber realitätsferne Professor will also tatsächlich, dass immer mehr Menschen zu Löhnen arbeiten müssen, welche zum Leben nicht reichen. Arbeit soll sich nicht mehr lohnen. Das erinnert fatal an Hungerlöhne der Frühzeit der Industrialisierung und führt zu einem sozialen Rückschritt um 150 Jahre.

Wer arbeitet, soll davon anständig leben können. Das galt bisher in der Schweiz und ist auch die Basis für den wirtschaftlichen Erfolg und die soziale Stabilität in unserem Land. Zu den Grundfesten der Eidgenossenschaft gehört auch die Solidarität. Deshalb steht in der Bundesverfassung der bemerkenswerte Satz «Die Stärke des Volkes misst sich am Wohl der Schwachen». Und deshalb gibt es in der Schweiz eine angemessene Sozialhilfe, welche nicht nur das Überleben sichert, sondern auch die Integration aller in die Gesellschaft zum Ziel hat. Auch von der Sozialhilfe unterstützte Personen sollen am sozialen Leben teilnehmen können, mit Freunden einen Kaffee trinken, mit den Kindern einmal einen Ausflug machen oder sich eine Zeitung oder ein Buch kaufen können.

Aber: Kinder gibt es gar nicht in der seltsamen Logik von Herrn Schaltegger: Wie die rund 32% Kinder in der Sozialhilfe einen tieferen Grundbedarf durch Eigenleistungen kompensieren können, bleibt das Geheimnis des Professors. Dieser will ganz offensichtlich auch die über 55 jährigen Arbeitslosen, welche ein Leben lang gearbeitet haben, mit Billigstlöhnen abspeisen. So geht man nicht mit dieser Personengruppe um. Fair behandelt werden ältere Arbeitslose nur vom Volksvorschlag «Für eine wirksame Sozialhilfe».

Die vom Grossen Rat beschlossene Revision des Sozialhilfegesetzes passt zur Logik von Herrn Schaltegger. Die Revision bestraft auch Kinder und ältere Langzeitarbeitslose mit massiven Kürzungen beim Grundbedarf. Sparen bei den sozial Schwächsten um jeden Preis.

Helfen auch Sie mit, dass der Kanton Bern nicht zum unsozialsten Kanton der Schweiz wird. Stimmen Sie am 19. Mai JA zum Volksvorschlag «Für eine wirksame Sozialhilfe» und NEIN zur Revision des Sozialhilfegesetzes. Unterstützen Sie die Aktion «Faire Sozialhilfe». Machen Sie Ihre Freunde und Bekannte auf diesen Newsletter und unsere Webseite fairesozialhilfe.ch aufmerksam.

Wir danken für ihre Unterstützung.
Ihre Aktion Faire Sozialhilfe

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